Wissenswertes

Das Wort Friseur leitet sich vom Französischen ab, wo das Verb friser soviel wie kräusen bedeutet. Das Wort war nie so gebräuchlich und mittlerweile völlig ausgestorben

Haare und Frisuren im Laufe der Zeit

Solange es Menschen gibt, werden die Kopfhaare gepflegt und geordnet. Frisuren sind nicht ausschliesslich nur Schmuck, sie teilen etwas über die Persönlichkeit eines Menschen, über Sitten und Besonderheiten verschiedener Völker, manchmal auch über ein Amt oder einen Beruf mit.

Altertum

* Ägypter

Auf Grund von Gräberfunden weiss man, dass die Ägypter schon 4000 Jahre vor Christus ihre Haare mit Messern, Haarnadeln und Kämmen gepflegt haben. Am häufigsten wurden blaue, grüne, blonde und rotblonde Farbtöne und Goldstaub verwendet

* Griechen

In der Zeit von 1500 - 650 vor Christus trugen Griechinnen lange meist gekrauste Haare. Etwas später liessen sich die Frauen ihre Haare im Nacken zu einem Knoten zusammenfassen, diese Frisur nennt man "griechischer Knoten". Kunstvolle Knoten und Schleifen prägen die Frisuren der Zeit. In diesen Jahren versuchten die Griechinnen ihre von Natur aus dunklen Haare mit Hilfe von Safran aufzuhellen.

Mittelalter

* Römer (500 v. Chr. - 500 n. Chr.)

Römerinnen und Römer trugen ihre Haare in ganz einfachen Frisuren, man kann zwei Grundtypen unterscheiden, nämlich kurze Lockenfrisuren und Flechtfrisuren. Weil die Römerinnen fasziniert waren von den blonden Haaren der Germanen, hielten sie sich oft germanische Sklavinnen, liessen diesen die Haare schneiden und verarbeiteten die blonden Haare zu Perücken. Daneben liessen sich wohlhabende Römerinnen ihre Haare mit Goldstaub optisch aufhellen.

* Romantik (900 - 1250 n. Chr.)

Im Hochmittelalter trugen die adligen Damen und Herren ihre Haare gerne in offenen Locken. Wer von Natur aus glatte Haare hatte, lies sich diese wellen. Im Unterschied zu den Reichen trugen die gewöhnlichen Bürger ihre Haare als Pagenfrisur, kurz oder halblang. Adlige Frauen trugen eine flache Haube, die das Haupthaar verdeckte, welche aber die mit Bändern und Goldfäden geschmückten Zöpfe sichtbar liess.

* Gothik (1250 - 1500 n. Chr.)

Die Kirche schrieb vor, dass verheiratete Frauen ihre Haare in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen durften. Weil in dieser Zeit eine hohe Stirn als besonders schön galt, rasierten sich die Frauen die Stirnhaare ab, um so den Haaransatz nach oben zu korrigieren.

Neuzeit

* Renaissance (1500 - 1600)

In der Renaissance rückten Harmonie und Symmetrie in den Vordergrund. Helle Farbtöne wie Blond und Gold waren in Mode. Man versuchte mit natürlichen Färbemitteln diesen Farben näher zukommen. Die Männer hatten weniger Phantasie, alle hatten einen ähnlichen Haarschnitt.

* Barock (1600 - 1720)

Männer bevorzugten kurze Haare. Die Frauen hielten ihre Haare zwar lang, aber kämmten sie entweder nach hinten oder nach oben, wo sie mit einem Drahtgestell befestigt wurden. Nach 1650 verschwanden solche Frisuren. Bei den Damen dominierte vor allem ein Quer - oder ein Rundscheitel. Locken - oder Ponyfransen bedeckten dazumal die Stirn. Auch die Männer liessen nach 1650 ihre Haare wachsen. Lockenköpfe und Spitzbärte waren in Mode.
Gegen Ende der Barockzeit hatten die Frauen ihre Haare wieder nach oben gekämmt, manche wurden so bis zu 60 cm grösser!

* Bidermeier (1789 – 1848)

In der Bidermeierzeit verschwanden die Perücken und es traten wieder römische und griechische Frisuren auf. Damen mussten damals eine Kopfbedeckung (Hauben, Hüte oder Turbane) tragen, die allerdings zusammen mit den oft hohen Frisuren nicht unbedingt bequem waren.

* Jugendstil (1850- 1914)

In Österreich sorgte derweil Kaiserin Elisabeth (Sissi), mit ihren langen Haaren die mit Blüten geschmückt waren, für Schlagzeilen. Gegen 1870 wurden Haare wieder einmal in die Höhe gekämmt und mit Schmuck verziert. 1872 wurde die Ondulation erfunden. Die Haare wurden über ein heisses Eisen gezogen, dadurch entstand eine Welle.
Um 1890 gab es fast keine hohen Frisuren mehr. auch onduliert wurde nicht mehr so viel wie früher. Die neuen Frisuren sollten schlicht und funktionell sein. Die Herrenfrisuren waren am Anfang dieser Zeit lockig, gegen Ende des Jahrhunderts setzten sich aber Kurzhaarfrisuren durch.

20. Jahrhundert

* verschiedene Stile (1914 – heute)

Eine wichtige Erfindung zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Dauerwelle, die es ermöglichte, Haare dauerhaft umzuformen.

* 1. Weltkrieg

Der sogenannte Bubikopf wurde zur Modefrisur.

* 30er Jahre und 2. Weltkrieg

Neue technische Hilfsmittel wie zum Beispiel elektrische Haarschneidemaschinen und Trockenhauben erleichtern den Coiffeuren ihr Handwerk. Männer trugen ihr Haar bis nach dem 2. Weltkrieg kurz. Frauen liebten nach dem 2. Weltkrieg halblange natürlich schwingende Frisuren, die Dauerwelle, welche neu auch kalt gemacht werden konnte, spielte weiterhin eine wichtige Rolle.

* 50er Jahre

Während Rock n' Roll für viele Menschen ein neues Lebensgefühl bedeutete, war die Frisur von Elvis Presley für viele Männer das Grosse Vorbild.

* 60er Jahre

Mit dem Riesenerfolg der Beatles und ihren berühmten Pilzköpfen kamen bei den Männern Langhaarfrisuren in Mode. Mitte der 60er Jahre entstand in Jamaika eine neue Stilrichtung. Dreadlocks sind geflochtene Zöpfe oder verfilzte Haarsträhnen. Wer eine solche Frisur haben möchte, muss seine Haare einfach mit Wasser und Seife waschen und sie weder kämmen noch bürsten.

* 70er Jahre

Die Siebzigerjahre zeichneten sich durch eine totale Freiheit in den Frisuren aus : Alles war erlaubt!!

* Ende des 20. Jahrhunderts

Während die Punkerfrisuren in den Siebzigerjahren die meisten Menschen noch schockierten, gehörten sie schon etwa zehn Jahre später in jede Disco.